Die Begegnung mit Éric Dargent aus Martigues in Südfrankreich hat alle Anwesenden aus der Schulfamilie lange berührt und zum Nachdenken angeregt: über unsere Träume, für die es sich lohnt zu kämpfen. Über die Notwendigkeit, das Leben bestmöglich zu leben – auch wenn sich Hindernisse in unseren Weg stellen.
Éric hat eine bewegende Lebensgeschichte: 2011 wurde er in La Réunion beim Surfen von einem Hai attackiert. Infolge des Unfalls musste sein linkes Bein ab dem Knie amputiert werden. So nachvollziehbar es doch wäre, den Surfsport aufzugeben – Éric hat nie daran gezweifelt, auch nach seinem Unfall wieder zu surfen. Noch vor Ankunft der Rettungssanitäter*innen am Unfallort hat er sich geschworen, alles dafür zu geben, wieder surfen zu können.
Der Weg dorthin war lange: Zusammen mit seinem französischen Arzt hat er eine zum Surfen geeignete Prothese entwickelt und sich somit wieder ins Wasser wagen können. Und das mit vollem Erfolg – Éric ist dreifacher Vize-Weltmeister im Parasurfen geworden.
Seinen Enthusiasmus und seinen Lebenswillen können auch wir sofort spüren, als Éric unsere Schule betritt. Zu Beginn zeigt er uns seinen Dokumentarfilm ORA, in dem die drei Freunde und Parasurfer Éric, Jérôme und Benoît sich auf den Weg ins Surferparadies Tahiti machen, um dort voll in die (Para-)Surf-Community einzutauchen und sich dort zusammen, in Verbindung mit der Gemeinschaft, wieder so richtig lebendig zu fühlen.
Im Anschluss appelliert Éric im Gespräch an alle, ihre Träume in die Hand zu nehmen und das Leben in vollen Zügen auszukosten. Es braucht keinen Unfall und keine Einschränkung, um das Leben zu genießen. Das Wort „ora“ steht im Tahitianischen für das Leben. Wenn man sich auf Tahiti mit „'Ia ora na“ begrüßt, bedeutet das wörtlich übersetzt etwa „Du da sollst leben“ oder „Mögest du leben.“ Eine Message, die wir alle mitgenommen haben.
Magdalena Stemplinger, Realschule Röthenbach